Es ist über vier Jahre her als ich das erste Mal mit dem Gedanken spielte mir ein Tiny Haus zu bauen. Ich lebte in München, war gerade in meiner Yogalehrer Ausbildung und in so großer Wohnungsnot, dass ich den Sommer in meinem Camper verbrachte. Ich wollte mir einen Raum schaffen an dem ich einfach SEIN kann, so naturnah und minimalistisch leben wie es mir gefällt und frei das tun was meine Seele will. Ende des Jahres 2018 gab es Ereignisse in meinem Leben, die mich weiter auf meinen Seelenweg brachten. Und auf einmal ging alles ganz einfach. Die Dinge fügten sich zusammen und die passenden Menschen und Situationen tauchten auf. An Silvester zog ich beim Orakeln einen Hausschlüssel. Die Nomaden Behausung begann sich zu materialisieren.

Südlich von München fanden wir, mein Partner Johann und ich, einen Platz um eine Werkstatt einzurichten und das Tiny Haus aufzubauen. Er der Zimmerer und Tischler, ich der Handlanger. Ich wollte es am liebsten aus heimischem Holz und natürlichen Materialien bauen. Wir verwendeten Fichten- und Lärchenholz aus den Bergwäldern von Trafoi, meiner neuen Heimat. Es war eine wertvolle Erfahrung für mich, das Holz auf der Wandersäge aus den Bäumen herauszuschneiden, zu hobeln und im Tiny Haus zu verarbeiten. Die Naturverbindung und Dankbarkeit zu spüren, für jeden einzelnen Baum. Und es war auch eine Herausforderung, die mich lehrte, mich zu fokussieren (und den Schrauben zu sagen wo es lang geht, nicht umgekehrt) und gnädig und in Liebe mit mir selbst zu sein. Innerhalb von vier Wochen stand die Werkstatt und der Ständerbau vom Tiny Haus. Dann kam der Hüttensommer auf der Berglhütte.

Im Herbst haben wir es mit Schafwolle gedämmt, die Lärchenschalung angebracht, den Fichtenboden verlegt und die Fenster montiert. Dann kam der erste Corona Lockdown. Über ein Jahr mit viel Geduld und Ausdauer hat es dann noch gebraucht, um das Tiny Haus zwischen unzähligen Lockdowns, einem weiteren Hüttensommer und einem ungewöhnlich schneereichen Winter von München nach Trafoi zu bringen.

Jetzt ist es endlich daheim und wartet darauf, mein kreativer Raum zu werden.